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Kärntner des Tages: Christian Brommer | Stephan Weiss

forschen an der Uni Klagenfurt in der Drohnenhalle im Lakeside Park sehr erfolgreich an einer neuen Drohnentechnologie.

Dass sich Europas größte Drohnenflughalle in Klagenfurt befindet, wissen die wenigsten. Und wohl auch, dass es an der Alpen-Adria-Universität ein »Institut für Intelligente Systemtechnologie« gibt. Dabei spiele man auf der großen Bühne mit, wie Professor Stephan Weiss erklärt. »Wir werden mittlerweile international wahrgenommen und befinden uns forschungsmäßig an der Weltspitze.« Weiss hat, bevor er nach Klagenfurt gekommen ist, am Jet Propulsion Laboratory (JPL) in Pasadena (Kalifornien) geforscht, das Satelliten und Raumsonden für die NASA baut und steuert. Da traf er auch Christian Brommer (32), der nach einem Studium der Elektrotechnik in Dortmund am JPL ein Praktikum absolvierte. »Das war nur für sechs Monate geplant, es sind aber mehr als drei Jahre geworden«, sagt der gebürtige Deutsche. 2018 folgte Brommer seinem Dissertationsbetreuer Weiss an das Klagenfurter Institut. Beide forschen in der Gruppe »Control of Network Systems« und haben gerade ein Patent für modulare Sensorfusion-Technologie erhalten.
Worum es dabei geht? »Die neue Technologie erlaubt es, eine Drohne effizient und mit viel geringerer Rechenleistung als bisher zu lokalisieren. Egal, wo in der Welt sie sich gerade befindet«, erklärt Brommer. Nach Abschluss seines Studiums würde er gerne wieder als Projektmitarbeiter an das JPL zurückgehen. Nicht zuletzt, weil auch seine Freundin nach wie vor in Amerika lebt.

Mobilität der Zukunft

Beide Forscher sehen in den Drohnen die „Mobilität der Zukunft“, durch die ganz neue Transportmethoden erschlossen werden können. »Dass man nicht mehr auf dem Boden bleiben muss, ist ein großer Vorteil. Etwa im medizinischen Bereich, wenn es darum geht, Blutkonserven zu verschicken.« Dass auch bald Pakete oder Essenslieferungen via Drohnen zugestellt werden, sei längst keine Utopie mehr – sobald die gesetzlichen Rahmenbedingungen geschaffen sind.

Weiss wurde in Caracas geboren und ist in der Schweiz aufgewachsen. Mittlerweile ist der Vater zweier Kinder leidenschaftlicher Kärntner. »Hier ist alles da, was ich liebe. Die Seen, die Berge und auch das Meer ist ganz nah.« Zudem schätzt er die kollegiale Zusammenarbeit an der Uni: »Die sucht ihresgleichen.« Dass viele Menschen beim Thema Drohne auch negative Assoziationen haben – Stichwort Krieg oder Überwachung –, ist beiden bewusst. »Für uns überwiegt aber der positive Aspekt.«

Als Uni-Team-Leiter war Brommer gerade für eine Mars-Feldsimulation in der Wüste Negev (Israel) verantwortlich. »Getestet wurde eine autonom fliegende Drohne, die bei der Kartierung unbekannten Terrains und der Rettung verschollener Astronauten helfen soll«, erklärt Brommer. Verständlich, dass Weiss auf ihn stolz ist. »Es ist nicht selbstverständlich, dass man als Doktoratsstudent Projekte dieser Größe eigenständig leitet.«